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            <forname>Bernhard</forname>
            <surname>Förster</surname>
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        291. 
84. 
Dr. Bhd. Förster 
San Bernardino, Asuncion, Para 
guay, Consulado de Inglaterra 
schickt auf Spitzentuch, besichtet über 
dortige kunstgewerbliche Arbeiten. 
Vid. Gr. Dr. Wickhoff 
Mit Nr. 143/M. v. 27/3 
1885 erledigt.
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        San Bernardinos 17 April 1884. 
Adresse: Asuncion - Paraguay - consulado de Inglaterra. 
für Ändungen von einiger Bedeutung empfiehlt sich die Revommendirung 
Geehrtester Herr Dr.! 
Ihr werthes Schreiben vom 15/I 84 — welches in Folge meiner 2t, monatlich 
Abwesenheit in den Uhrwäldern des alto Parana erst vor einigen Tagen in 
meine Hände gelangen konnte, — hat mich doppelt erfreut, einmal weil es 
seinen Gegenstand betrifft, der mich lebhaft zu interessiren begonnen hat. Denn 
weil es von einem Manne ausgeht, dessen erfolgerichstes Wirken auf dem 
von 
Gebiete der Kunstforschung mir der Zeit her in hohem Maße sympathisch 
ist, da ich das nämliche Febr mit viel gutem Willen und wenig Geschick und 
noch geringerem Erfolg beachern dürfte. 
Der fragliche Gegenstand selbst verdient unsern Beachtung wohl. Die 
Bewölkerung Paraguay's besteht im Wesentlichen aus gezähnten Indienem 
vom Stamme der "Guarrei" mit einem mäßigen Zusatze europäischen (meist 
vorzugsweise, doch nicht ausschließlich,) panischen, Blutes, welche in den letzten 3 
Jahrhunderten durch eigentümliche und nicht übel gewählte pädagogische Maßregeln 
zu einer Halbrültur erzogen worden sind. Passivität, Beharrer in dem 
Gewohnten, Mäßigkeit im Essen — nicht im Trinken! Freude am Reiten sind 
hervorstehende Züge der Paraguagos; sie stehlen und lügen gern Mord 
sie 
Dagegen kommt fast nicht vor. – Für uns kommen seine Reihe Künsttechnischer 
Fertigkeiten in Betracht, zu welchem sie eine glückliche wenn Tuch einseitige 
Veranlagung mitbringen. Ihre Stärke ist freilich nicht die Erfindung noch geistet 
Mannigfaltigkeit, sondern Treue in der Ausführung.
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        Um mit den Werken der Frauen ab des arbeitsmaßen Teils der 
hiesige Berückerung zu beginnen, so benutzen dieselben weiter nichts 
als Spindel, Rahmen, Nadel, Klöppelhötzer; — Spinnred und Webstuhl 
sind ihnen unbekannt. Die feineren Arbeiten vor allem Tlanduti (siehe 
aber 
Beilege) werden aus importirten Material verfertigt; außerdem spinnen 
Die Frauen aus der ganz vorzüglichen hier allerorts gedeihenden Baumwolle 
einen regelmäßigen ziemlich groben Faden aus welchen Sie mit dem bloßen 
Rahmen ein grobes dauerhaftes Gewebe für Hjemden, Schleier, Hosen etc. 
verfertigen und vor allem jene vorzüglichen Hängematten, das nützlichsten 
und in seiner Weise trefflichst Kunstprodukt des Landes herstellen. 
diese Hängematten Kosten von 4 Pat. an aufwärts zu 30 und drüber. 
mit Behang von geklöppelten Spritzen 
letzten sind schwere über 5 M. lange übereins aufwolle Arbeiten) an 
denen 2 Frauen wohl 3 u 4 Monate gesessen haben. Hieran reihen sich die 
Freienheimden in 2 Hauptformen: mit nanduti-Besatz und mit einem Besitz 
von schwarzer Stickerei auf weißem Grunde, beide Arten sehr unmuthig 
Preis derselben von 4 Sat. an aufwärts zu nach der Reinheit der Arbeit 
Solche Arbeiten werden keinesfalls von allen Frauen ausgeführt, man 
muß suchen, um die Meißerinnen zufinden, von denen man denn durch 
zu kaufen hat. Kauft man in Asuncion u Umgegend aus 2ter oder 
3er Handen so zählt man nicht nur das 3 und 4 fache sondern man erhält 
auch vielfach Werke von einem gewißen monotonen, handwerksäußig 
Zuschnitt: Es ist mir auf meinen Kreuz- und Querzügen in der 
Republik del Par. gelungen, verschiedene solcher Künstlerinen zu 
entdecken. 
Auch die grobe Wolle der wenigen Schafherden des Landes wird 
gesponnen und auf dem Rahmen zu "Jerpa's" - Pferdedecken - s. u. 
gewoben; diese, schwarzweiß gemeußert, sind von enormer Dichtigkeit
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        aus Haltbarkeit; Preis 10 Pat - 1 Unze (= 16 Pat) je nach Arbeit 
An dem Weben der Jerga's beteiligen sich auch Männer. Den ersten 
Rang über den männlichen Hünßlau nimmt der Platero (Goldschmied) im 
Ich habe alhaja's (Geschmeide) von großer Zierlichkeit gesehen, deren Form 
ich in keiner Zusammenhang mit den entsprechenden europ. Techniken bringen konnte, 
Doch bin ich auf diesem Gebiete nicht zu Hause. Allerdings ist der 
Vorrath an solchen Werzen seit dem Vernichtungskrieg der Lopez II ein 
geworden 
Ringe 
sehr geringen doch sieht man noch hie und da Ketten Ohrringen 
Rosenkränze von Gold. Er gehören ca 200 Pat. dazu um hier 
etwas Ordentliches zusammengestellen und selbst denn müßte man 
einen Gelegenheitskeit zu machen suchen. Ich sah kürzlich eine Hals hatte, 
runde Karallen in Gold gefaßt mit zwöllchen Gliedern verbunden, viel 
Goldarbeit, welche zu dem Reise von 80 Pat heil war; das übrige dem 
entsprechend. Ein Paar sehr zierliche goldene Ohrringe wurde man. Für ca. 10 Rthl 
erwerben können; wüßens alte Familienschätze aus der Zeit des Francia 
u. Lepez I, die indessen bei der jetzigen Armuth der Bevölkerung vielfach 
Häuflich sind. 
Lederarbeit: Abgesehen von Stühlen, mit deren Sitz und Lehne die aus 
(à 3 Pat. und druber) 
gepreßtem oder sculpirtem Leider bestehen und allerorts im Gebrauch sind 
kommt in erster Linie Sattel und Jaunzeug in Betracht. Das Pferd 
des Paraguayos - den Lupus eines Rechpferdes gestatten sich nur die 
allerneußen nicht — wird gehabtelt 1) mit der Corona, Sederdicke mit einem 
Rath in der Mitte 2, Jerga s. o. - 3, Recado, länglicher, mit der über 
Jogener Holzbock, 4, Söbrepuesto, Schabrake, vielfach Leder mit 
Hierzu kommt Zaum und Revenga, (Kritpitz) 
Tiegerfell-Besatz etc.
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        Mit Nichts treibt der Paraguayo sogern Lupus wie mit dem Reitpferd, 
solassen sich denn die besser Situirten die Recado's-dessen Lasser ebenfalls 
gepreßt oder sculpte Decorationen aufweist, — an beiden Kopfenden 
mit verziertem Silber beschlagen, der Zaune ist mich mit silbernen 
Glieden verziert, Steigbügel von Silber, Reitpeitsche mit reichem Silber 
beschlag, versilberte Sporen von ungewöhnlich großem Beliber, zum Teil 
am nackten Fuße getragen; denn der Lederstiefel ist im Ganzen 
selten und die von Ihnen gefragten Chaparera's Kennt man hier nicht 
Diese Liderornamente auf maurischen Ursprung zurückzuführen 
noch etwas dem entsprechendes über ich nicht im Stande - eher barock; (Jesuetisch?) 
Eine complette Garnitär aus den eben aufgezählten Stücken bestehend 
alles mit Silberornament beſter Arbeit wurde ca. 180 Pat zu ſehen 
kommen; je nachdem wohlfeiler oder selbst noch theurer. 
Kuramik: In dem Distrikt von Ita bricht man die mit der Hand, ohne 
Anwendung der Scheile gefornten Cantaro's (Wasserkruge) Wasserflaschen 
Schüsseln ett ett im Backofm. Haltbarkeit gering, Ornamentik 
schwerfällig und meist befangen; die Wasserbehälter sehr nützlich weil sie 
durchlassen und sich allezeit Zühl erhalten; — eine offenbar aus Andeln 
eingeführte Technik, wo dieselbe scheintlich in hoher Bluthe steht 
Hievon schließt sich das gewachsene Geschlos: eben Kurbis-art "Máté" 
nimmt teils von selbst, teils durch Nachhülfe, die verschiedensten Formen an 
reifgeworden und von ihrem Inhalt gereinigt, dient die Mate als Schüssel 
Schöpflöffel, Wasserbrug, Flasche sind vor Allem als kleiner Topf um 
den Paraguay-Thea die "Yerba", das unentbehrlichste Bedürfniß, indes 
Eingeborenen und Eingestammten mit metallenen Röhrchen aus ihn zu (augen 
Diese Hänen, speziell Mate genannten, Höpfchen werden von den Reihern 
sculpirt mit Silber beschlagen etc und sehen gut aus. Der Preis der 
letzteren ca 4-5 Pat, der des bloßen Kürbisses ganz gering.
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        S. 
Das beifolgende Stück stelle ich zu Ihrer Verfügung zum Kostenpreis 
nebst Mark 1,40 Porto (ein eingeschriebener Doppelbrief von hier nach Europa 
hastet 3 1/2 Real!) – wollen Sie es nicht, so haben Sie es mir, bitte 
auf, bis ich Ihnen eine Adresse nenne, an die es zusenden sei. 
Wollen Sie nun, geehrter Herr, Ankäufe in größerem Umfange 
durch mich machen lassen, so küßte ich um einen entsprechenden Kosten 
Vorschuß bitten, da eine Anzahl deutscher Landsleute mich hier um einen 
Teil meines Besitzthumes gebracht haben und ich Vorschüsse nicht mehr 
leisten kann. 
Sollten Sie wünschen, daß ich zu dem nämlichen 
Zweche den Gran-Chaco und Bolivien besuchen, wo die Ausbeute vermuthlich 
Eine reichere sein dürfte; so würde ich an Reisgeld allein 6-800 Pa 
fordern müssen. 
Kommt Ihre Antwort umgehend, also etwa nach 3 Monaten von hier 
so werde ich etwa von meiner Reise nach dem Norden der Republik, die ich 
bald anzutreten gedenke, zurück sein und kann mich dann zu nachdem 2-6 
Wochet mit dem Zusammensuchen der Objekte befassen. Ich beanspruche 
für diese Zeit pro Tag 3 Pat. Reisegeld und, falls die Lieferung für 
nach Ihrem Wünsche ausfiele, eine kleine Prämie für meine Mühe. 
Der Transport nach Europa wurde sich auf einen verhältnißmäßig 
geringen Betrag redireren, falls ich die Dinge Anfang 85 selbst 
mitnehme. Ich gedenke den Sommer 85 in Deutschland zuzubringen 
und mir für mein geplantes Colonisatorisches Unternehmen die rechten 
Gesellen zu werden. Nicht unmöglich daß ich dabei selbst Wien berühre; 
dem dortigen Richard Wagner-Verein stehe ich nahe. 
An Herrn von Lützer wollen zu freundliche Grüße bestellen; vielleicht 
schreibt er auch einmal an auch; Sie selbst, geehrter Herr, wollen versichert sein die 
vorzüglichsten Hochachtung Ihres ganz ergebenen Bernhard Forster.
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        In der Holzarbeit sind sie schwerfällig aber praktisch; die unvergleichlich harten 
Hölzer dieses Landes dienen zum Hausbau — zu dem in den weitausmeisten 
Fällen nur noch Lehen und Stroh, allenfalls "adobés" Luft trocken Stein 
verwendet werden.— 
— vor allem zur Forstellung der Carreta, des einzigen 
landesüblichen Prädrigen Fuhrwerkens, völlig aus Holz gezimmert, Räder 2–5 
Meter Durchmessen, von 4-6 Ochsen gezogen. Zunßlose Arbeit. (30-40 Pat. 
Aus den weihern hölzern Cedro (keine Konifere!) und peterebi verfertigt 
man ganz nette Truhen ohne besonderen Künstwerth (von 4 Rat an aufwärts) 
etwa zum Transport zu benützen. 
Die niedergebrannte Jesuitenkirche in Sa Rosa — die größte des Landes — Wies 
als ich sie zuletzt sah, noch gut erhaltene Holzsauben (aus Einem Stück!) auf, 
der Transport einer solchen nach Asarioro würde ca. 12 Pat. von Asurior 
noch Haute ca. 10. Pat. Kosten; worausgesetzt daß mir die Regierung, wie 
ich nicht zweifle, damit ein Geschenk macht. 
NB: 1 Patagon (Dollar) = 4 Marki gmauer 5 Pat. = 1 Lirester Erben 
Nachtung die Trecht der Frauen ist über die Meßen annüthig und stilvoll, 
weitaus die schönste der mir bekannten: sie besteht lediglich aus einem auf die 
Knöchel reichendem, kurzgearmelten unter der Brust gegürtetem Grund in dem 
ſchleierwöhnlichen Kopftuch, kein Schuhwerk, hin und da Lederhandeln; alſo völlig 
Conferen der griechischen Tracht: Chiton u. Himakon. - stets weiße Stötte 
selbstgefertigte oder europäische Hekünn. Eine solche Frau mit dem Wasserkruc 
auf dem Haupte ist unendlich anmuthig und moderisch; leider nehmen auch hier 
Die scheißlichen europ. Stoffe und Trechten auch hier allgemach überhand zum 
dem vorfallen die schlichten Seele meist auf das allerhäßlichste. Die 
Resulten und der Schnaps haben diese Rasse nicht verderben können — wir weiß 
ob nicht die europäische Mode es fertig bringt.
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        ad 291/34 San Bernardinos 3' Mai 84. 
Adresse: Asuncion, Paraguay 
E.D. Wickhof 
Hochgeehrter Herr! 
Meiner vor ca 2 Wochen an Ihre werthe Adresse 
abgesandten Antwort auf Ihr geehrtes Schreiben 
vom 15/I. a. c. habe ich noch einige, seither gemachte 
Wahrnehmungen hinzuzufügen. 
Meine Veranschlagung der Kosten einer Reise 
sten hier nach Bolivia ist weit unter der Wirklichkeit 
Geblieben: man könnte eine solche Reise hinützurück 
nicht unter ca 2000 Pat. (à 4 M) unternehmen, 
von Matte Grosso aus 
da man eine eigene kleine Expedition auszurüfen 
hätten. 
Ferner wird es Sie interessiren zu erfahren, 
daß augenblicklich ein junger Deutscher hier 
Sammlungen für die ethnographische Abteilung des 
Berliner Museums (Bastian) macht. Er hat vor 
Kurzem eine bei verschiedenen Indienerstämmen 
zusammengeführte Collation von allerhand Objekten,
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        darunter textile und Keramische Sachen, nach 
Berlin abgehen lassen, die ich leider nicht gesehen 
habe, da ich damals im Osten der Republik reiste. 
Wir wurde die Sammlung mehrfach gerühmt, 
allerdings nicht von Fachkenneren. Der fragliche Herr 
Namans Richard Rohde (Oldr. Consulado de 
Alemania, Asuncion, Par.) ist ohne jede Vor 
bildung; er kann schwerlich orthographisch schreiben; aber 
erkennt die Indianer der Umgegenden versteht das 
Samueln und ersetzt seinen Mangel an Schule durch 
praktische Erfahrung und 
einen gewißen Tact. Sammlungen zuerstechnischen 
Art in Paraguay selbst anzustellen wäre er kaum 
zu brauchen, möglich indessen, daß er bei den 
umwohnenden wilden Indienern des Gran Chaco 
und alte Paraguay seine Sache geschickter und 
billiger macht, als ich es könnte. Falls Sie also 
für diesen Teil der Sammlung mehr Vertrauen 
zu ihm als zu mir haben, so würde ich es Ihnen 
wenn 
verdecken, falls Sie sich nicht an ihn wenden. 
Wenn Sie einen solchen Ohnwährsmann in 
Berlin haben so lassen Sie sich vielleicht ma
        <pb n="10" />
        Urteil über die von ihm gemachten Einkäufe geben. 
Nur bitte ich zu bedecken, daß bei den meisten 
berliner Museumsbeamten (vor Allem bei Jul. Lessing 
und Lippmann – aus naheliegenden Gründen!) inen 
Aroge Voreingenommenheit gegen mich, und som’t auch Gegen 
das von mir neuerdings in den Vordergrund des 
Interesses gerückte Paraguay herrscht. Etwenige 
Urteile müßten also erst auf ihre Unbefangenheit hin 
untersucht werden. Als sachkundiges unbefangen könnten 
in diesem Falle vielleicht August von Heydens Dr. A. Rosenberg 
der Maler Bleibtren etc. gelten. 
Sollten zu Herrn von Lutzow sehen, so bitte ich 
ihn freundlich zu grüßen und ihm zusagen, daß mir mein 
Antwort auf meinen Brief sehr willkommen würde. 
noch 
ich habe bislang auf eine solche gewartet. 
Mit vollkommenster Hochachtung grüßt 
Euer Hochwolgeboren 
Dein ganz ergebenster 
Bernhard Förster
        <pb n="11" />
        Die an dem beiliegenden Gegenstand angewandte Arbeit heißt nanduti, 
i "Spimwiebe". 
Ich habe das Tüchlein (welches natürlich von europ.) 
Stoff u. Zwirn gearbeitet ist) für 3 Pat. gehauft. Diese Arbeiten sind noch 
feiner, aber auch weit gröber und dann in demselben Maße wohlfeiler zu haben, 
hin werden für Frauenhemden, Taschentücher, Behänge für Sofas und zur bloßen 
Freude an der Sache gearbeitet, und nehmen viel Zeit in Ansprüche für ca. 
2 Meter langes und ein Hand breites Stück Kanduti aus gröberem Zwien wurde 
ich für 2-3 Pat. erwerben können. Dieber der Zweck des beifolgenden Heim 
Büchleins wußte mir der bisherige Besitzer nichts anzugeben, doch bin ich nicht im 
Zweifel, daß es als Binder für ein Kreuz gearbeitet ist. Da die Entfernungen 
zum Campo santo in vielen Fällen sehr groß, die Gebühren einer Bestattung auf 
derselben in allen Fällen sehr hoch sind, so werden die meisten Kirchen in der Nähe 
des Hauses im Walde, am Wege, etc. beerdigt und die Begräbnißstelle 
wird durch ein völlig Künstloses, meist zieml. keines Kreuz bezeichnet. Am Fuße 
eines solchen Kreuzes häuft man kleine Kieselstein auf das Kreuz selbst wird 
Stück 
mit weißen Beiden von der Form wie das Vorliegende umwunden, — ein 
ritus, der mir außerhalb der hellenischen Sitte unbekannt ist. Ob dieser Bruch 
von Europassement, oder eigenes Besitzthum der Guarani ist, vermag ich nicht 
anzugeben; — wenigstens jetzt noch nicht 
3 Patagon = 12 Mark 
B. Förster.
        <pb n="12" />
        Nro. 
Memorandum 
von 
Carl Felderhoff 
Herrn FRIED. KRUPP 
Bendlerstrasse 30 
Essen. 
Berlin W, den
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