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        36 
präs. 18/7 1884. 
14 Ministrium 
für Cultus und Unterricht. 
Z. 12702 
Indem ich den Inhalt der Berichte vom 28. Juni 
l. J. Z. 333 und 334, betreffend die seitens des Aufsichtsrathes 
der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für 
Kunst und Industrie beantragte Umwandlung der 
Für technisches Zeichnen an der gedachten Anstalt systemi¬ 
sierten Docentenstelle in eine wirkliche Lehrstelle unter 
Anerkennung der Motive des gestellten Antrages zur 
Kenntnis nehme, ersuche ich Eure Hochwohlgeboren, vor- 
erst in Erwägung zu ziehen, ob der beabsichtigte Zweck 
einer gründlichen und vor allem padagogisch-didak¬ 
tisch richtigen Unterweisung in dem bezeichneten Lehr¬ 
gebiete durch eine ständige Lehrkraft nicht auch – bei 
Aufrechthaltung der bisherigen Docentenstelle — dadurch 
erreicht werden könnte, daß ein in dem betreffenden 
Lehrfache erfahrener Professor einer anderen Wiener 
Lehranstalt (etwa Überrealschule oder Staatsgewerbeschule 
mit der fraglichen Docentur betraut würde. 
Bei der namhaften Remuneration, welche mit dieser 
Docentenstelle verbunden ist, dürfte die Erwerbung 
einer derartigen Lehrkraft vielleicht im Bereiche der 
Möglichkeit liegen, vorausgesetzt, daß das Ausmaß der 
Lehrverpflichtung der Docentur nach der Anzahl der 
wochentlichen Unterrichtsstunden eine Cumulierung
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        mit der Lehrverpflichtung an einer der genannten an- 
deren Lehranstalten zuläßt, in welcher Beziehung mir 
noch zu berichten sein wird. 
Anderseits muß ich jedoch schon jetzt betonen, daß 
ich bei den dermaligen financiellen Verhältnissen 
kaum in der Lage wäre, eine Erhöhung des ordent¬ 
lichen Jahreserfordernisses der Kunstgewerbeschule 
in der bezeichneten Richtung zu vertreten. 
Wien, am 6. Juli 1884. 
Für den Minister für Cultus und Unterricht: 
fidli 
An Seine Hochwohlgeboren, den Herrn k.k. Hofrath, 
Director des k.k. österreichischen Museums für Kunst und 
Industrie, Vorsitzenden des Aufsichtsrathes der Kunstgewerbe- 
schule in Wien, etc. etc. 
Rudolf Eitelberger von Edelberg.
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        8¼ 
364 
M 
Oefähigungsnachweis. 
Ich bin am 26. Juli 1846 in Neuwalters- 
dorf, einer deutschen Gemeinde in Nord- 
mähren, geboren. 
Ich studierte an der Unterrialschule 
zu Mähr. Neustadt, an der Oberrealschu¬ 
le zu Olmütz und an den tochn. Institu- 
ton zu Brünn und Wien. 
An der Technik erwarb ich Zeug¬ 
nisse aus nachbenannten Fächern: 
Höhere Mathematik 
a/ 
b) 
Technische Physik 
c). Darstellende Geometris und Projectional- 
Zoichnon… 
Theoretische Mechanik und Maschinen 
d) 
żoichnon… 
Traktische Geometrie u. z. Feldmesskunst 
c) 
Köhinmessen und Nivellieren; Situations¬ 
zeichnen nebst pract. Vermessungen … 
f) Mechanische Technologie...
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        g.) Landbau sammt Architectonischem Zeichnen 
h/. 
Wasser u. Strassenbau sammt hydrotech¬ 
nischem Zoichnon. 
Ferner besitze ich zwei Staatsprüfungs- 
zingniße: 
a) Für das Lehramt an Unterrealschulen 
laut dessen ich für besonders befähigt er- 
achtet werde, aus den Lehrfächern: Math. 
matik, Linear- und Freihandzeichnen, Bau, 
kunst &amp; Physik an genannten Anstalten 
in deutscher Sprache zu unterrichten. 
b). Das Lehrbefähigungszeugnis der 
Wiener k. k. wissenschaftl. Realschul¬ 
Prüfungs-Commission vom 25ten Juli 1875. 
Zurückgelegte Dienstlicstungen: 
a) als Probekandidat, Assistent, Hilfs¬ 
lehrer und beeideter Supplent an der R: 
R: Staatsoberrealschule zu Brünn vom 
9to 
2 " November 1868 bis 1 Juni 1872. 
b). als wirklicher Lehrer an der RR: 
R: Bau- u. Maschiningewerbeschule in 
Wien laut Dekrites vom 3 October 1878. 
Mit Decret vom 12 November 1881 wurde 
ich im Lehramte bestätigt und mir zu¬ 
gleich der Titel eines R: R: Professors 
verliehen. 
c). In der Zwischenzeit von 1872 - 78 wirk¬ 
te derselbe als definitiver Reallehrer 
an der Realschule und nachmaligen
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        Bürgerschule zu St Leopold in Wien, gleich¬ 
zeitig aber an der k.k. Bau- u. Maschinen 
gewerbeschule als Hilfslohrer, an der gewerbt 
Fortbildungsschule in der Radetzkystrasse 
an der Genosse nochaftsfachschule der Bau¬ 
und Steinmitzmeister in Wien u. an den 
Mädcheninstituten: Schuster &amp; Fröhlich. 
Außerlehramtliche Leistungen kann 
derselbe ausweisen als Secretär des Mähr¬ 
Gewerbevereines; als Schriftführer der 
Arbeiter Kranken- und Pensions-Cassa der 
Schafwollwaaren-Fabriken und Lohnetablis¬ 
sements Brünns; als Comitémitglied der 
kunstgewerblichen Ausstellung zu Brünn 
im Jahre 1869. Über alle diese Dienstleis- 
tungen kann ich mich mit den schönsten 
Zeugeissen ausweisen. 
Literarische Leistungen. 
a). Mein Stabilitätsapparat. Zeitschrift 
für das Realschulwesen, Jahrgang 1877). 
eiheft. Repertorium für Experimental¬ 
physik und mathem. Instrumentenkunde 
Dr. Coul, München, 1877 Pag. 4211. — Österreichische 
Baugewerkszeitung, Juliheft 1878 — Be¬ 
sprechung des Apparats durch den 19. 19: 
Schulinspektor L. Mayer am 14.21.28 febr. 1878 
in 3 Bezirkslehrerdorferenzen Wiener 
Stadtbezirke. etc. 
b). Mein Apparat zur Controle von Fahrten 
Ackermann'sche illustr. Gewerbezeitung, 
1877–Sächsische Gewerbevereinszeitung 
26 Juli 1877 (Dresden.) etc. etc.
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        c). Mein mechan. Schattenzeichner und Pro¬ 
jectionsapparat. Constariert bei dem Mecha¬ 
ecker Krafft E &amp; Sohn - Broschüre hierüber 
1883 bei A. Hölder, 12.12. Hof- u. Universitäts¬ 
buchhändler-Supplement zum Centralblatt f. d. 
gewerbl. Unterrichtswesen in Österreich. I Bd. 
Heft 1-2 etc. 
Grundzüge der Projectvorslehre &amp; Perspec- 
d/. 
tire, 5 ½ Druckbogen, 164 Textfiguren. Be¬ 
A. Hölder.... Sehr günstige Besprechungen hier¬ 
über in der Zeitschrift des Vereins österr. Zei- 
chenlehrer. X. Jahrg. 1884. Nro. 2.... Zeitschrift 
für Zeichenlehrer zu Kaiserslautern 1884 N3. 
... Unterrichtszeitung der Neuen Freien 
Presse vom 9. April 1884 etc. 
e). Außerdem schrieb ich zahlreiche Artikel 
unter denen ich nur zwei herausgrei¬ 
fe "Zur Gründung unserer Staatsge¬ 
werbeschulen“ Österr. Bargewerkszeitung, 
1878 2te Nummer und „Über Methode des 
descriptiven Unterrichts a. d. österr. Staats¬ 
gewerbeschulen‟ Supplamant, 1884, 1-2 Heft. 
Meine im Veranstehenden aus¬ 
gewesene, stets belobte Dienstleistung 
an Anstalten gewerbl. Charakters u. 
weine seitherige literarische Thätig- 
keit u. die aus ihr fließende Rautian, 
dürften mich zweifels ohne für den in 
Rede stehenden Posten befähigen. 
Jul. Kaptan 
Wien, 22. Juli 1884. 
19:19: Professor.
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        84. 
364. 
III 
1667 
und Selsteege 
Arbla 
Min. f. C. &amp; M. 
Mit Beziehung auf den h. Erlaß vom 6. d. M. 
Z. 12702 erlaube ich mir zu besichten, daß 
der Prof. an der Staatsquotel. in Wien. Julius 
Kaptan sich bereit erklärt hat, den Untersicht 
in der Projectionsleben, Respective er an der Kgtsch 
als Docent zu übernehmen. Da derselbe Fachmann 
im vollen Sinne des Wortes ist, und den Gegenstand 
an vers Lehranstalter verschiedenen Grades vorge- 
W2 
tragen hat, bezw. vorträgt, und in seinem Leit 
facher: "Grundzüge der Projectionslehre u Perspec¬ 
tive, Wien 1884" die Fähigkeit nachgewiesen hat, die 
Materie in einer dem wirkschmittlichen Bildungs¬ 
grade "den Bestiefnissen der Jöglinge der Kastele 
entsprechender Weise zu behandeln, dürfte durch 
seine Bestellung der Anforderungen unserer Anstalt 
aufs beste genügt werden, wenn auch für die 
Zukunft eine Fixirung dieser Lehrstelle angestrebt 
werden müßte. 
Ich erlaube mir daher die erst Bitte, da 
hier wolle den Prof. J. Kajetan als Docenten 
fru Projectionslehre, Perspective u. Schattenau 
strücken an der Kastele für das Schmelsaben bei 1884 
bestellen. 
24 / VII. 84. 
Belge
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