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        <title>AZ 1884-381</title>
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          <persName>Österreich. Ministerium für Kultus und Unterricht</persName>
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            <forname>Rudolf</forname>
            <surname>Eitelberger von Edelberg</surname>
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            <forname>Wilhelm &lt;1843&gt;</forname>
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            <forname>Georg &lt;Sohn&gt;</forname>
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          <persName>Österreich. Handelsministerium</persName>
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            <forname>Josef</forname>
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            <forname>Friedrich</forname>
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          <persName>Kunstgewerbeschule des K.K. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (1868-1918)</persName>
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        <pb n="1" />
        29 
prof. 
381 
7 1884. 
M 
607 
C.U.M 
Ich habe die sub Z 328 gemachten Mittheilungen 
M. 
Eurer Hochwolgeboren über die eventuelle Berufung des 
Professors Hecht an die Kunstgewerbeschule des österrei- 
chischen Museums für Kunst und Industrie mit Interesse 
zur Kenntnis genommen und werde diese Angelegenheit 
in nähere Erwägung ziehen, sobald rücksichtlich derselben 
ein concreter die finanzielle Seite der Frage ziffer- 
mäßig behandelnden Antrag vorliegen wird. 
Eure Hochwolgeboren wollen demnach den in Rede 
stehenden Gegenstand ohne jeden Aufschub im Sinne der 
Bestimmungen des §. 21 3. Alinea des Statutes der gedach- 
ten Anstalt der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung 
durch den Aufsichtsrath zuführen, welchem statutenge- 
mäß die Ergreifung der Initiative und die Stellung 
diesbezüglicher Anträge vorbehalten ist. 
Da die eventuelle Berufung Hechts eine 
Neucreierung einer Lehrstelle über die Anzahl 
der systemisirten Posten involviren und 
eine ständige Erhöhung des ordentlichen Jahres- 
erfordernisses der Kunstgewerbeschule bedingen 
würde, wird für die Genehmigung eines eventuellen 
Antrages, beziehentlich für die Verhandlung mit dem 
Finanzministerium ein möglichst eingehendes Gutach- 
ten des Aufsichtsrathes erforderlich sein, in welchem 
einerseits die Nothwendigkeit dieser Vermehrung
        <pb n="2" />
        der systemisirten Lehrstellen anderseits die Personen- 
frage eine fachmännische Erörterung findet. 
Demnach erwarte ich das betreffende Gutachten 
innerhalb längstens 14 Tagen. 
Wien am 22. Juli 1884 
Der Minister für Bultus und Unterricht 
Einwürde 
Ein Seine Hochwolgeboren den Herrn 
k. k. Hofrath, Director des k.k. österreichischen Museums- 
für Kunst und Industrie etc. etc. 
Rudolf Eitelberger von Edelberg
        <pb n="3" />
        No 381 
M 
exp 
und ex 20 ß fl. 
884 
lt. 
884 
32 
Voract: 
M. 
Min. f. C. u. N. 
Erlaß 
Dem in der Zuvbrifl des h. K.K. Min¬ 
dd. 22. Juli 1884 Z. 607. erhaltenen 
C.U.M. 
Ceuftrage entsprechend, erlaubt 
sich der erg. Gef. bezüglich 
der Berufung des Herrn Xglo- 
graphen Hrn Wilh. Hecht 
in München an die Kunstge¬ 
werbenhale des Oesters. Mus. 
f. Kunst &amp; Ind. folgendes 
zu berichten: 
Herr Wilh. Hecht ist, wie 
aus seinem sub A. beilie- 
genden Schreiben hervor¬ 
geht, geneigt seine Be„ 
rufung nach Wein zu 
acceptiren, und an der Kunst 
lerischen Herstellung des 
unter der Legide Sr Kais. 
Hoheit des Kronprinzen 
vorbereiteten Werkesüber 
Oesterreich, theil zu nehmen. 
Derselbe 
und stellt dies bezüglich 
folgende Bedingungen: 
Nach § 21. 3. Alinea des 
Stortates der Kunstgewerks- 
whale des O.M. wurde
        <pb n="4" />
        B.G. 
das Votum des Aufsichts 
ra thes der Kunstgewerbenhale 
eingeholt, ein Vorgang, der 
zufolge der Abwesenheit der 
meisten Hrn. Aufsichtsräthe 
so viele Zeit in Anspruch 
nahm, dass dem Auftrage 
des h. k.k. Min., binnen 
14. Tagen zu der in Rede 
strehenden Sache einen An¬ 
trag zu stellen nicht nach 
gekommen werden konnte. 
Sämmtliche Mitglieder des 
Anfsichtsrathes haben, wie 
ans den sub. B.-G heilie 
genden Erklärungen her- 
vorgeht, ihre volle Instim- 
nimig ausgesprochen, und 
mit Nachdruck wurde 
des Herrn Hecht 
diese Berufung, sowohl 
mit Rücksicht auf die 
Künstleri über Ausstattung 
des unter der begide 
Kais. Noheit des Kron- 
prinzen vorbereiteten 
Werkes, als auch in An- 
betracht der Förderung 
der gnaphischen Künste 
und 
im Allgemeinen, als auch 
der gedeihlichen Ent- 
wicklung der Kunstge-
        <pb n="5" />
        I. f. 19/VIII 
84. 
werbenhale des Ö.M. insbesonders 
dere, als unerhweisliche Not- 
wen dig keit anerkannt. 
Der Holzschneide Kunst wird 
gegenwärtig in allen Län- 
dem die größte Aufmerk- 
samkeit gewidmet; dusel- 
be benhäftigt, namentlich 
in Denhnkland und England 
unzählige Hände; der Kunst- 
see 
valag kann ihn nicht ent- 
behren, da die übrigen Tech- 
niken, ungeachtet ihrer 
glänzenden Entwicklung, 
für gewissen Aufgaben der 
reproducirenden Kunst nicht 
entsprechen. 
Der ergebenst Gefähigte 
erlaubt sich daher das Vor- 
stehende der Erwägung. 
deshkk. Min. dringend zu 
empfehlen, und zu beantragen 
Herrn Wilhelm Hecht unter 
den angeführten Bedingun- 
gen an die Anstalt zu 
19v 
berufen.
        <pb n="6" />
        fait 
München den 4 Sept. 1894. 
Andas sehr verehrliche Directorium der 
Östreichischen Museums in Wien. 
In Beantwortung Ihrer gestrigen Zuschrift beehre 
ich mich Ihnen folgende Aufzeichnungen über mich 
zu zusenden. 
Ich bin geboren als der 2 Sohn des nunmehr verstorben 
kgl. Rentamtmanns fried. Hoch &amp; zu Ausbach in 
Franken, im Jahre 1843 am 28 März; bin per¬ 
testantisch getauft auf die Namen: Karl, Wilhelm. 
Edmund; bin in Folge eines hohen Looses u. eines 
damals an mir gefundenen Clugenübels militärferi¬ 
seit 1872 verheirathet, bei welcher Gelegenheit ich das 
hiesige Bürgerrecht erwerb. 
Ich besuchte noch der Volkschule die Kgl. Gemerbeschule zu 
Ansbach, denn die Kunstschule zu Nuenberg, vollendete 
meine Lehre als Vylaperph, die in Nürnberg bei einem 
Formschneider begann, in der Anstalt der Illustrirten 
Zeitung zu Leipzig, kam noch mehrjähriger Thätigkeit 
in Berlin &amp; Stuttgart nach München, mehrlbst ich, noch 
Besuch der Academie, eine Velographische Anstalt gründet,
        <pb n="7" />
        dieselbe etwa 6 Jahre führte, denn aber wieder auf¬ 
geb, theils um den Hopschnitt für mich allein zu betreiben. 
theils um den Kupferstich, resp. die Redirung zu 
üben. Diese letztere Thätigkeit beschäftigt mich in d 
letzten Jahren fast ausschließlich. 
diesen Aufzeichnungen füge ich bei 
Des Geburts &amp; Taufzeugniß, ferner an Stelle 
eines Heimathszeugnißes, die Bürgeraufnahms¬ 
bescheinigung von München, welche die Heimaths¬ 
berechtigung dahier enthält u. den Militär 
Freiſchein. 
falls diese Personel-Decumente noch zu verwill- 
ständigen sind, bitte ich höflichst u. geneigte Beneh¬ 
eichtigung. 
Mit vorzüglichster Hochachtung 
Eins sehr verehrlichen Firenterius 
ergebenster 
W. Hechs
        <pb n="8" />
        ad 
An das l. Präsidium des Aufsichts 
rathes der Kunstgewerbschule in Wien 
Der Unterzeichnete erklärt, daß 
ihm die Berufung des Herrn W. Hecht 
sehr zweckmäßig und wünschenswerth 
erscheint unter der selbstoedenden 
Voraussetzung, daß seine Stelle 
ganz neu dotirt und der bishe¬ 
rige Etat der Kunstgewerb¬ 
schule in keiner Weise belastet. 
wird. Hochachtungsvoll 
Bruck a. v. Mur 
Wienar Vorstadt 
E Brücke 
No 17 
6 August 1884.
        <pb n="9" />
        17 ß 
Präs. 
ffus a 
I. 
1884 
S. 
Nr 
[als Professor des Holzschnittes an 
die Kunstgewerbeschule des 6 str. dl. 
Äußerung des unterz. Vortreters des 
H. M. im Aufsichtsrathe der Kunst¬ 
gewerbeschule. ad Nr. 327. K. G. Sch. 
Da die zunächst im Interesse des — unter der 
Regide hr. kais. Joh. Der Kronprinzen vorbereiteten 
Weckes über Österreich gelegene Berufung des 
Hilographen Wilh. Hecht aus München I 
nach der Erklärung des Herrn Vorsitzenden des 
Aufsichtsrathes unverkennbar auch für das Kunst¬ 
leben Wiers ein großer Gewinn wäre, so ist 
der Unterzeichnete der Ansicht, daß der Aufsichtsenthe 
Der Kunstgewerbschule sich jedenfalls für diese 
Berufung aussprechen sollte. 
Eine andere Frage bleibt immer auf, wie 
sich der Finanzministerien, welches sich mehrerer 
sehr dringender Postulaten des Handels u und 
Unterrichtsministerius pro A85 gegenüber Ablehrend 
verhalten hat, der in Rede stehenden Anforderung 
gegenüber stellen wird. 
Thaa. 
12/v11 84.
        <pb n="10" />
        <pb n="11" />
        Wien am 7. Aug. 1884 
Soeben von den Jury Arbeiter 
der Kremser Ausstellung zurück. 
gekehrt beehre ich mich auf diesen 
Wege - der Eile wegen - ergebenst 
anzuzeigen, daß ich das Offert 
des Herrn Wilh. Hecht aus München 
mit Freude acceptire und für 
dasselbe stimme. 
Hochachtungsvoll 
Josef Blazincie 
A
        <pb n="12" />
        [M] 
sionst in Wien 
Arseplatz 
efectenpörse. 
eischmarkt 19 
&amp;lt;gap/&amp;gt; 
Habburgerge 
Hauptpostam 
S 
S. 
Land 
Maximilianstr. 4. 
Niebelungengasse 6. 
Seilerstätte 22. 
Nordbahnhof. 
Praterstrasse 54 
Taborstrasse 27. 
Hauptstrasse 65. 
Löwengasse 32. 
Neumanngasse 3. 
Hundsthurmerst. 26 
Gumpendorferst. 63. 
Magdaleneustr. 67. 
Mittelgasse 2. 
Siebensterng. 13. 
Zieglergasse 8. 
Mariatreugasse 4 
Abgeordnetenhaus. 
Währingerstrassell. 
Fünfhaus: 
2 Schönbrunnerstrasse 42. 
Westbahnhof. 
0 
CORRESPONDENZ-KARTE./ 
N°94 
zur pneumatischen Expressbeförderung. 
Die pneumatischen Züge verkehren von 8 Uhr Früh bis 9 Uhr Abends 
alle 20 Minuten 
An Hochwohlgeboren 
Herr 
K. K. Hofrath u. Director des 
K.K.ssterr. Museums fürkünft 
und Industrie Rudolf 
Eitelberger von Edelberg 
I. Wollzeite S.
        <pb n="13" />
        DM 84 
paa 
[  ] 
pruch. 26. 884. 
Wien d. 23 Juni 1884. 
M 
AC 
Verehrtochter Herr Hofrath 
Durch Herrn Prof. Lützow ist mir im Auftrage 
S. Coccellenz der Herrn Grafen von Wilopek mitgetheilt 
morden, daß im Interesse des von S. R. K. Gehrit dem 
Kronprinzen unternommenen Werkes der Wunsch besteht, 
mir die Leitung u. Ausführung des Holzschneiderischen 
Theiles jenes Buches zu übertragen und mich zu 
diesem Zwecke noch Wien zu berufen. Ich bin auf 
Freuden bereit diesem ehrenvollen Rufe folge zu leisten, 
doch würde meine Übersiedelung nur unter Voraussetz 
ungen geschehen könne, welche mir das Aufgeben meiner 
Rositien v. München ermöglichen, u. welche die Gemähe 
einer entsprechenden Lebensstellung in Wien enthalten. 
Zum Aufgeben meiner Münchener Position ist mir 
die Berufung als Professor des Holzschnitts an einer 
der beiden Wiener Kunstenstalten unerlößlich, u. 
zwar glaube ich, daß sich meine Thätigkeit am leichtesten 
in den Rahmen der Kunstgewerbeschule des österr. Näusern 
fügen würde. Ich bin in München in einer Stellung der 
Art gebunden, daß mich nur des Anerbirten einer 
Stellung, mir sie mir dortselbst voraussichtlich nicht geboten, 
werden kann, von eingegangenen Zusagen entledigt.
        <pb n="14" />
        Gleichzeitig aber halte ich die Ausübung einer Holzschnitt, 
schule für eine wichtige Vorbedingung zur zweckentsprechend 
Erledigung der in dem Werke d. B. K. hoheit gestellten 
holzschneiderischen Aufgeben. 
Ich würde deßhalb bitten diese Berufung als Prof. des 
horschnittes hieher meiner Übersiedelung unter folgenden 
Bedingungen zu Grunde zu legen. 
1. Die Berufung tritt auch in diesem Jahre in Kraft, um 
mir Gelegenheit zu den nothwendigen Einrichtungen der 
Ateliers u. der Verarbeiten für das Werk zu geben. 
2. 
Der Gehalt beträgt jährlich 2000 fl u. erfährt die 
die Stellung eines Prof an der Kunstgewerbeschule ge¬ 
unfeleisteten periodischen Erhöhungen. 
4. 
die nothwendigen Ateliersinrichtungen für die Schule 
u. für mich werden zur Verfügung gestellt, mit thunlichsten 
Berücksichtigung meiner Angeben. 
3. 
die Berufung erfolgt mit Gewährung meines Ein¬ 
tritts in eine zehnjährige Dienstzeit um meiner Famili¬ 
die Wahlthat der Pensionsberechtigung zu führen. 
Die Gemährung von s. 400 fl. Umzugsentschädigung. 
6. 
die Zuerkennung einer jährlichen Pruschelfummern 
100-150 fl zur Deckung der Kosten für die laufenden 
technischen Bedürfnisse des Ateliers. 
Endlich darf ich mehl als selbstverständlich voraussetz 
daß mir Gelegenheit verbleibt diejenigen meiner 
bereits übernommenen Aufträge auch in der neuen 
I jedoch würde ich mich begnügen, wenn meine Bezüge als Professor vom 
1. Januar 1865 zu laufen 
beginnen würden
        <pb n="15" />
        Stellung zu Ende zu führen, welche ich nicht mehr euch 
gängig machen kann. 
Was aber meine Stellung zu dem Werke 6. R. K. 
hrheit selbst betrifft, so wird es unerläßlich für die 
practische Durchführung u. auch nothwendig für mich sei¬ 
wenn die Überweisung des mir zugedachten Theiles 
in einer Form geschieht, welche mir unbedingten u. diener 
Einfluß auf die ausführenden holzschneiderischen Kräfte 
sichert u. welche mir zugleich entsprechende Entschädig¬ 
ung gewahrt, für den Ergang des Verdienstes an 
eigener Arbeit, der mit der Leitung eines, so geostrati¬ 
Zwecken dienende, eylaperphischen Ateliers nothwendig 
verbunden ist. 
Ich ersuche Sie höflichst, von diesen meinen Mittheilungen 
Herrn Grafen von Milogek, einem mir von diesem 
ausgesprochen Wünsche zu Folge, Kenntniß geben zu 
mällen. 
Mit einzüglichsten Hochachtung 
Ihr ganz ergebener 
W. Hecht
        <pb n="16" />
        aa 
tro 
327 884. 
C 
2 
m. 
. 
1. Der Kilograph "Kupferstecher W. Heck errichtet 
in seiner Eigenschaft als Professor der Holzschneidekunft 
an der Kunstgewerbeschule des k.k. Museums in Wien, eine 
Vylographische Anstalt. Dieselbe ist ein integrirender Theil 
der Holzschnittschule, hat aber gleichzeitig den Zwecken der 
H. K. Hof &amp; Staatsdruckers in soweit zu dienen, als sie die 
holzschneiderische Ausführung des dem Verlage der genannten 
Staatscapelt zugewiesenen Werkes S. K. R. Hoheit des Kran¬ 
pringen in erster Linie überwiesen erhält, sowie denjenigen 
Theil der holzschneiderischen Bedürfnisse der §.§. Staatsdruckern 
welcher eine künstlerische Durchbildung erfordert oder zuläßt. 
Die Anstalt führt den Namen Verlägenphisches Institut der 
k.k. Hof &amp; - Staatsdrucken, unter Direction von W. Hoch¬ 
Prof. der Holzschneidekunst an der S. S. Kunstgewerbeschule. 
L. Dieses Institut da wird durch W. H., in obiger Eigenschaft, 
vollkommen unabhängig von dem übrigen Organismus der 
k. d. Staatsdiederei geleitet, in so ferne, als die Beschäftig¬ 
ung, Anstellung u. Entlassung der Schüler Gehilfer-Schuler 
somie Arbeits- u Geholtszutheilung u. die Schätzung der Arbeit 
ausschließlich in seiner Hand liegt. Die Erledigung aller sonstigen 
der Instituts 
auf die Führung bezüglichen Fragen hat im Einwenehmen mit der 
leitung d. O. 6. Staatsdrückerei zu geschehen. 
Die Gehilfen Beschaffung, Einrichtung u. Instandhaltung 
der nöthigen Lokalitäten übernimmt die S. S. Staatsdruckerei 
nach den Angeben des W. Hecht, ebenso diese die laufende 
Kasten für technischer Bedürfnisse u. etweigen Nachschaffungen 
des Instituts.
        <pb n="17" />
        setzschritt 
4 W. H. übernimmt die Aufträge von der Staatsdrücken 
im Ganzen, u. zu einem von ihm in jedem einzelnen Falle zu 
bestimmenden Preise, bei dessen Festsetzung maßgebend ist 
daß die Zahlung eine den Zwecken der Kunstgemerbe¬ 
Schule entsprechende künstlerische Durchbildung ermöglicht 
zugleich aber auch den W.H. für den Ausfall an eigenen 
Arbeit, welchen derselbe durch die Leitung des Instituts 
naturgemäß erfährt, genügend entschädigt. Es bleibt 
jedoch sein Leiter der Auf Institutes unbeneinen anderweitig, 
den künstlerischen Zünden der Anstalt oder Holzschnittschule 
entsprechende Aufträge selbständig anzunehmen. 
5. Die Bezahlung der durch die S. S. Staatsdruckerei gegeben 
Aufträge erfolgt nach Ablieferung eines jeweilig näher zu be¬ 
stimmenden Arbeitsquantums, doch übernimmt dieselbe die vor¬ 
schußweise Auszahlung der möchentlichen Gehalte bis zur an¬ 
nähmenden Höhe der geleisteten Arbeit, u. ebenfalls vorschuß 
meise, die Zahlung eines noch zu bestimmenden monatlichen 
Betroges an W. H. 
6. Das Institut darf seinen Character als Künstenstalt 
nicht durch zu große Ausdehnung verlieren. Es muß in dem 
Ermessen des Leitens bleiben, bis zu welchem Punkte der Anstalt 
nach Auftrage zu zu weisen sind, resp. wie viele von derselben 
gleichzeitig erledigt werden sollen. Doch hat unter allen 
Umständen des Merk S. 5. Hoheit der Kernprinzen, den anderen 
sami. Die Bedürfnisse der Staatsdruckerei überhaupt, allen 
andern Aufträgen waren zu stehen.
        <pb n="18" />
        7. W. H. erhält die Befugniß den Druck der aus dem In¬ 
stitut, oder der Geschnittschule hervorgegangenen Arbeiten 
somit er in der S.S. Staatsdrucken behaupt wird, zu über¬ 
machen u. zu berieflüssen. Ohne seine Conventur soll keine 
der bez. Platten in Auflage gedrückt werden. 
8. W. H. erhält in den Räumen des k.k. Staatsdrücken 
ersp. im alten Universitäts-Gebäude eine entsprechende 
mit Atelier für 
Wohnung in der Nähe des Instituts.
        <pb n="19" />
        durch der in geehrter Zuschrift, Nr. 2' Slujus 1884 
Z. 327. enthaltenen Mittheilung, derzufolge 
der Hilograf Hecht auf hohen Münzel 
berufen ist die Herstellung und Leitung 
des Hilografischen Theiles deß unter Cleyide 
Sr. H Hoheit des Kronprinzen erscheinenden 
Werkes über Österrente, zu übernahme 
hält es der Gefertigte für Pflicht jedes 
Patrioten diesen hohen Spunsch nach 
kräften zu fördern. 
In diesem Sinne und in Übereinstimmung 
mit der in dieser Zuschrift enthaltenen 
Auffaßung Ew. Hochwahlgeboren, nach 
welcher die Holzschnittkunst durch die 
kunstlerische Thätigkeit Heeht in 
Wien, einer gedechlichen Entwicklung 
entgegen gehen wird, bin ich für die 
Erwerbung dieser Kraft, selbst wenn 
wenn dieser neu zu creirenden Professur 
an der Kunstgewerkschule Hinderniste 
im Wege waren, und Hecht etwa 
gänglich an dem Orte seiner Thätig 
heit nehmlich an den k.k. Staats Srullerey
        <pb n="20" />
        Staatsdrückerey Stellung zu nehmen geneigt 
ware 
bezüglich des Stejinvalentes, ist es begreiflich 
daß ein berufener Künstler seine Forderung 
so gut wie möglich stellt, und der Gefertigte 
erlaubt sich nur zu Punct 3, die Bemerkung 
daß die Gewährung einer 10jährigen Dinst- ein¬ 
rechnung, ein gewaltiger Vorsprung ist, ge¬ 
genüber dennen seit 16 Jahren im Sinste der 
schule 
Kunstgewerbestehenden Professoren, von welchen 
wohl keiner in die Lage kommen dürfte einen 
so günstigen Abschluss seiner Thätigkeit als Lehrer 
erwachen zu können. 
Mit dem Ausdrucke meiner höchsten 
Hochachtung zeichne ergebenst 
Fried Sturm 
Wien 8' August 1884. 
n. 2. Prof. S. Dir. 
Sr. Hochwohlgeboren den Vorjetzenden des Aufsichtsverthes 
der Kunst gewerbeschule Jes k. k. oed Museum für Jurist im 
Industre 
Herrn Hofrath Eitelberger von Edelberg et els
        <pb n="21" />
        ad 381. 88. 
M. 
Euer Hochwohlgeboren. 
Zu der in der geschätzten Currende 
vom 2. August d. J. Z. 327 angeregten Frage 
der eventuellen Berufung des Hilograten Hecht 
aus München als Professor an die Kunstge¬ 
werbeschirte des kk. oeft. Museums f. R. u. J. 
beehre ich mich, Euer Hochwohlgeboren meine 
Ansicht im Nachstehenden bekannt zu geben. 
Vor Allem muß ich betonen, daß 
eine gründliche u. sachgemäße Beurtheilung 
dieser Frage nur dermalen insoferne schwer fällt 
als mir seit meiner erst vor kurzem - gegen 
Ende dieses Schuljahres - erfolgten Bestellung 
zum Mitgliede des geehrten Aufsichtsrathes 
leider noch die Zeit und Gelegenheit mangelte, 
die gedachte Anstalt und deren Bedürfniße 
genau kennen zu lernen. 
Anderseits ist die Systemisierung 
einer neuen Disciplin u. die Erwerbung einer 
neuen Fehrkraft für dieselbe zweifelsohne 
auch abgesehen von der finanziellen Seite einer 
derartigen Action – eine w für die Anstalt 
so wichtige Frage, daß ich lebhaft wünschen
        <pb n="22" />
        würde, zu derselben bereits auf Grund 
einer persönlichen Erfahrung u. Ueber- 
zeugung Stellung nehmen zu können. 
Unter den gegebenen Ver¬ 
hältnißen muß ich mich daher darauf 
beschränken, meine Ansicht über den in 
Rede stehenden Gegenstand von einem 
mehr allgemeinen Standpunkte, d.i. von 
dem Standpunkte des allgemeinen Inter¬ 
esses überhaupt und jenes der Kunst 
insbesondere in nachstehender Weise 
zu praecisieren: 
Halte ich die Acquisition Heckt's bei dem aus¬ 
gezeichneten Rufe, welchen derselbe als Künst- 
ler genießt, im offenbaren Interesse der 
Förderung der inländischen Holzschneidekunf 
für sehr wünschenswerth; 
2.) Die Realisierung des hohen Orts ausgespro¬ 
chenen Wunsches, dem Genannten die Leitung 
des kilografischen Theiles des unter der Aegide 
Sr k. Hoheit des Kronprinzen vorbereiteten 
großen Werkes über Oesterreich zu übe¬ 
tragen, — kann im Interesse der oest. 
Hilografie u. Kunst überhaupt sicherlich nur 
als sehr wünschenswert bezeichnet werden, 
und zweifle ich nicht, daß das Wirken 
Hechts in dieser Ergenschaft – wenn auch 
nur mittelbar – durch Heranziehung resp. 
./.
        <pb n="23" />
        Schaffung einer neuen Schule für das Aufblühen 
des bezeichneten Kunstzweiges in Oesterreich ge¬ 
wiß von den besten Folgen begleitet sein 
würde. 
3.) Erkennt man aber diese Voraussetzung als be¬ 
rechtigt an, so erscheint die eventuelle Ernennung Hechts 
zum Professor an der Kunstgewerbeschule gleichsam 
nur als ein Mittel zum Zwecke, da dieser sonst 
gar nicht erreicht werden könnte. 
4.) Die von Hecht vertretene Kunstrichtung schließt 
sich mit Rücksicht auf ihre hauptsächliche Bewendung 
im Gewerbe an die Aufgaben der Kunstgewerbe- 
schule des erst. Museums F. R. u. J. weit beßer an, 
als an etwa an jene der Akademie der bilden 
den Künste. 
5.) Die Ernennung Hechts würde weder in 
raumlicher noch sonstiger Beziehung eine 
Störung an der Kunstgewerbeschichte verursachen 
6.) Die Bedingungen Hechts erscheinen mir 
nicht unbescheiden, unter der Voraussetzung 
daß unter dem als „Gehalt“ angesprochenen Be- 
trage pr 2000 fl die gesammten Bezüge, nemlich 
Gehalt" u. "Activitätszulage" inbegriffen sind. 
7.) Das sub P. 4.) der Kurrende erwähnte Erforder¬ 
nis für Atelier-Einrichtung hätte nicht den 
Cradet der Kunstgewerbeschule zu belasten, sondern 
jenen der Staatsdruckerei. 
Aus diesen Erwägungen glaube
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        ich für die Ernennung Hechts unter 
den beantragten Modalitäten stimmen 
zu sollen, wobei mich die weitere 
Erwägung leitet, daß eventuelle, drin¬ 
gendere Bedürfniße der Anstalt für 
den Fall, als das Wirken Hechts in Oester¬ 
reich überhaupt als wünschenswert 
anerkannt werden sollte, – vorläufig 
aus dem Grunde weniger in Betracht 
zu ziehen wären, da die Berufung 
Hechts zu einem späteren Zeitpunkte 
überhaupt kaum mehr möglich sein 
würde. 
Wien, am 6. August 1884 
Genehmigen Euer Hochwohl- 
geboren den Ausdruck ausge¬ 
zeichneter Hochachtweg 
Ihres 
ergebensten 
D Cuharenech 
Mrn. Concipot 
An Sr Hochwohlgeboren 
den Herrn Versetzenden des Aufsachtsrathes 
der Kraftgewerbeschichte des acht. Museums f. R. es J. 
Hofrath Ritt. v. Eitelberger
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        84 
75 
Kl 
a lui 
Unverkennbar wäre es für das 
Kunstleben Wiens ein großer Gewinn, 
wenn eine so hervorragende Kraft, 
wie Hecht, ihren Wirkungskreis 
hierher verlegen würde. 
Da der Herr Minister für Cultus 
und Unterricht Werth darauf legt. 
sehr bald eine Äußerung des Aufsichts 
Raths zu erhalten, um eventuell das 
Erforderniß für die neue Professur 
noch in das Budget für 1885 aufneh¬ 
men zu können, bitte ich die Herren 
Mitglieder, ihre Wohlmänung gefäl„ 
ligst hier abgeben und dieselbe an 
das Museum leiten zu wollen. 
Wien, am 2. August 1884. 
Der Vorsitzende des Aufsichts Raths der Kunstgewerbeschule. 
R. v Titelberger 
Ich bin mit den Bedingungen 
welche Herr Wilhelm Hecht 
anläßlich seiner bevorstehenden 
Berufung als Professor der 
Holzschnittel an der Zk. Kunst- 
geworbeschule in Wien, in den 
vorstehenden 7 Punktene aufstellt. 
einverstanden 
Erfügerth 
Kirchberg 
6. August 1884
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        pro 323 
wieder 
Da es im Moment nicht möglich wäre 
in beschlußfähiger Anzahl eine Sitzung 
des Aufsichts Rathes abzuhalten, erlaube 
ich mir das Votum der Herren Mit¬ 
glieder in seiner wichtigen und Deingen. 
der Angelegenheit schriftlich einzuholen. 
Der Hilograph Wilhelm Hechs 
in München ist durch den Grafen Wilczek 
eingeladen worden, an der künstlerischen 
Herstellung des unter der Aegide Sr K. 
Hoheit des Kronpringen vorbereiteten Wer¬ 
kes über Feisterreich theilzunehmen. Da 
hohen Orts gewünscht wird, daß er vor 
Allem persönlich die Leitung des Kilogra¬ 
phischen Theiles übernehme, wäre seine Ue¬ 
bersiedlung nach Wien nothwendig. Herr 
Hecht ist auch erbötig seinen Wohnsitz 
hier zu nehmen, falls ihm ein Arginra- 
lent für seine münchener Position geboten 
wird. 
In einem Schreiben an mich vom 23. 
Juni e. bezeichnet er seine Berufung als 
Profeßor des Holzschnitts an eine der 
der beiden [Kunstanstalten als unerläßlich, 
spricht die Uebrzeugung aus, daß sich sei¬ 
ne Thätigkeit am leichtesten in den Rahmen 
der Kunstgewerbeschule des Oesterreichi¬ 
schen Museums fügen würde, und stellt 
mit Rücksicht hierauf die nachstehenden 
Bedingungen. 
Die Berufung tritt noch in diesem 
Jahre in Kraft, um mir Gelegenheit zu 
der
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        2. 
3. 
4. 
5. 
6. 
der nothwendigen Einrichtungen des Ale¬ 
liers und der Vorarbeiten für das Werk 
zu geben, doch würde ich mich begnügen, 
wenn meine Bezüge als Profeßor vom 
1. Januar 1885 zu laufen beginnen wür¬ 
den. 
Der Gehalt beträgt jährlich 2000 fl 
und erfährt die der Stellung eines Pro¬ 
feßers an der Kunstgewerbeschule ge¬ 
wahrleisteten periodischen Erhöhungen; 
Die Berufung erfolgt mit Gewährung 
meines Eintritts in eine zehnjährige 
Dienstzeit um meiner Familie die 
Wohlthat der Pensionsberechtigung zu sichern. 
Die nothwendigen Melier-Einenkau¬ 
gen für die Schule und für mich werden 
zur Verfügung gestellt, mit thunlichster 
Berücksichtigung meiner Angaben. 
Die Gewährung von circa 400 fl Um¬ 
zugs Entschädigung, 
die zuerkennung einer jährlichen 
Pannschalsumme von 100–150 Fl. für 
die technischen Bedürfnisse des Ateliers; 
Endlich darf ich wohl als selbstver 
ständlich voraussetzen, daß nur Ge¬ 
legenheit verbleibt, diejenigen meiner 
bereits übernommenen Aufträge auch 
in der neuen Stellung zu Ende zu führen, 
welche ich nicht mehr rückgängig machen 
kann. 
Dem wäre noch hinzurufügen, daß die 
Raumfrage keine Schwierigkeiten ma¬ 
chen würde, da für Atelier und Schul- 
zimmer die Staatsdruckerei zu sorgen 
hätte. 
Unverkennbar
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