<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>AZ 1884-333</title>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>daf8a925-16e2-466a-98ce-0b058385c683</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb n="1" />
        35 
in 
M 
84 
Erinnerung 
betr. die Creirung einer Lehrerstelle 
für das technische Zeichnung an der 
KgSch. 
i 
― 
an der Kglch 
sich um die Docentur ausschließlich 
und nr. 30/6 f.M. 
und 
84 
Siehe auf 334 
M 
Min. f. C. &amp; U. 
Der Aufsk. d. Kgtsch hat seit Jahren die 
Wahrnehmung machen müssen, ist der Unter- 
richt in einer für die gesammten Unterricht 
Ausbildung der Zöglinge gründlegenden Disciplin 
nämlich der Projectionslehre, Perspective u. Schat- 
tenconstruction, nicht die wünschenswerthen Resul¬ 
tale in vollem Umfange liefert. Die Untersuchung 
die Gründe dieser unerfreulichen Erscheinung aber 
führte stets wieder auf den se einen u denselben Um- 
stand hin nämlich ihn, daß jener Unterricht in 
der Händen einig von Jahr zu Jahr neu zu be- 
stellender Docenten, nicht in denen einig fest aus 
gestellten Lehrers nicht. Diese Einrichtung hat es 
mittagsbracht, daß die zur Verfügung stehenden Per¬ 
sönlichkeiten aus dem Kreise junger, eben absolvirter 
bewerben. 
Architekten angehören, welche entweder noch Kei- 
ne Praxis im Unterrichten haben, diese sich viel- 
mehr erst in ihrer Stellung an die Kasch erwerben 
sollen, oder die diese Beschäftigung in Ermangelnd 
anderer Einnahmsquellen ergreifen und sie wie 
der aufgeben, sobald sich ihnen eine einträglicher 
Thätigkeit auf den Gebiete des Bauwesens darbier 
tet, da die überhaupt jenen Unterzicht nur ne- 
benher betreiben wollen. Die nothwendigen Folgen 
ist ein steter Wechsel der Personen und — mei- 
stens eine unbefriedigende Qualität der Unter- 
nichtsführen
        <pb n="2" />
        richtsführung. Damit soll keineswegs ausgespro- 
chen werden, daß es den Architekten, welche im Laufe 
der letzten tiefs Jahre die gedachten Gegenstände an 
die Kaßde vorgetragen haben, an Kenntniß des Fa- 
ches u an gutem Willen gemangelt habe. Aber 
mannich, 
das Schülermaterial der Anstalt ist ein so verschie- 
gfaltige 
gefertiges, der Grad der Vorbildung ein so verschiedener 
u zum Theil so niedrigen, und es muß bei dem Unter- 
richt in so specieller Weise darauf Rücksicht genom- 
men, was dem künftigen Kunsthandwerker noth 
nicht jeder 
wendig ist, ist von dem betr. Lehrer, welcher dieselben 
Gegenstände vielleicht an einer technischen Anstalt 
oder höheren Gewerbeschule u. s. w. ganz angemessen 
sen behandeln würde, schon geeignet ist, dieselben 
denselben Unterricht an der Kglch nutzbringend zu ertheilen. Dazu ge¬ 
hört abgesehen von allem anderen, daß er sich 
mit den Aufgaben der Anstalt völlig vertraut 
mache. Und dies wird nicht zu erreichen sein, so 
lange die Stelle nur als ein Durchgangsposten 
angesehen wird, welcher auch bei längerer Thätig 
keit keine gesicherte Existenz, keinen Ansprück 
für die Zukunft gewährt. 
Diese Erwägungen sind es, welche den Aufsk. 
zu der dringenste Bitte zwingen, das h. K. K eller 
wolle die Docentur für technisches. Zeichnen in 
eine Professur unwandeln, bei deren Beschün¬ 
es dann möglich sein wird, die Wahl aus einem 
größeren Kreise tüchtiger Bewerber zu treffen 
und, wenn die Probgert befriedigende Erfolge zeigt 
die so nothwendige Stätigkeit im Unterrichte zu 
erzielen. 
Der Docent bezieht gegenwärtig eine Jahres- 
remuneration von 800 fl. Wenn die Stelle in 
Zukunft ebenso dot ist würde, wie die übrigen Pro- 
fumren de Vorb-Sch., nämlich mit 1200 fl. Gehalt 
und 500 fl. Activitätszulage, so würde sich ein Mehr 
aufwand von 900 fl ergeben, welcher angesichts 
der
        <pb n="3" />
        der eminenten Vortheile, welche durch die Féxirung 
der Stelle in erster Linie der Anstalt und u. weiterer 
der österreichischen Industrie erwachsen müßte. 
gewiß zu vertreten sein dürfte. Auch ist es wohl 
statthaft, darauf hinzuweisen, daß an allen bedeuten 
deren Kunstgewöhnlichen Deutschlande, wie in Berlin, Mün 
dem, Diesche, Frankfurt u.s.w. das Fach von Lehrern 
versehen wird, welche fest angestellt sind u in einer 
Reihe mit den übrigen stehen. 
Da de Nothstand side fortwälrend møhe fühl 
bat macht, muss die Aufsk. wünschen, daß die Sy- 
Hernisirung der gedachten Stelle noch für das 
Jakt 1885 ermöglicht werde, u derselbe erlaubt 
sich unter Einem seinen Antrag für die Zwi- 
schengert zu erstatten. 
28 VI. 84. 
Belp
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
