Full text: AZ 1884-291

Die an dem beiliegenden Gegenstand angewandte Arbeit heißt nanduti, 
i "Spimwiebe". 
Ich habe das Tüchlein (welches natürlich von europ.) 
Stoff u. Zwirn gearbeitet ist) für 3 Pat. gehauft. Diese Arbeiten sind noch 
feiner, aber auch weit gröber und dann in demselben Maße wohlfeiler zu haben, 
hin werden für Frauenhemden, Taschentücher, Behänge für Sofas und zur bloßen 
Freude an der Sache gearbeitet, und nehmen viel Zeit in Ansprüche für ca. 
2 Meter langes und ein Hand breites Stück Kanduti aus gröberem Zwien wurde 
ich für 2-3 Pat. erwerben können. Dieber der Zweck des beifolgenden Heim 
Büchleins wußte mir der bisherige Besitzer nichts anzugeben, doch bin ich nicht im 
Zweifel, daß es als Binder für ein Kreuz gearbeitet ist. Da die Entfernungen 
zum Campo santo in vielen Fällen sehr groß, die Gebühren einer Bestattung auf 
derselben in allen Fällen sehr hoch sind, so werden die meisten Kirchen in der Nähe 
des Hauses im Walde, am Wege, etc. beerdigt und die Begräbnißstelle 
wird durch ein völlig Künstloses, meist zieml. keines Kreuz bezeichnet. Am Fuße 
eines solchen Kreuzes häuft man kleine Kieselstein auf das Kreuz selbst wird 
Stück 
mit weißen Beiden von der Form wie das Vorliegende umwunden, — ein 
ritus, der mir außerhalb der hellenischen Sitte unbekannt ist. Ob dieser Bruch 
von Europassement, oder eigenes Besitzthum der Guarani ist, vermag ich nicht 
anzugeben; — wenigstens jetzt noch nicht 
3 Patagon = 12 Mark 
B. Förster.