Full text: AZ 1884-291

Um mit den Werken der Frauen ab des arbeitsmaßen Teils der 
hiesige Berückerung zu beginnen, so benutzen dieselben weiter nichts 
als Spindel, Rahmen, Nadel, Klöppelhötzer; — Spinnred und Webstuhl 
sind ihnen unbekannt. Die feineren Arbeiten vor allem Tlanduti (siehe 
aber 
Beilege) werden aus importirten Material verfertigt; außerdem spinnen 
Die Frauen aus der ganz vorzüglichen hier allerorts gedeihenden Baumwolle 
einen regelmäßigen ziemlich groben Faden aus welchen Sie mit dem bloßen 
Rahmen ein grobes dauerhaftes Gewebe für Hjemden, Schleier, Hosen etc. 
verfertigen und vor allem jene vorzüglichen Hängematten, das nützlichsten 
und in seiner Weise trefflichst Kunstprodukt des Landes herstellen. 
diese Hängematten Kosten von 4 Pat. an aufwärts zu 30 und drüber. 
mit Behang von geklöppelten Spritzen 
letzten sind schwere über 5 M. lange übereins aufwolle Arbeiten) an 
denen 2 Frauen wohl 3 u 4 Monate gesessen haben. Hieran reihen sich die 
Freienheimden in 2 Hauptformen: mit nanduti-Besatz und mit einem Besitz 
von schwarzer Stickerei auf weißem Grunde, beide Arten sehr unmuthig 
Preis derselben von 4 Sat. an aufwärts zu nach der Reinheit der Arbeit 
Solche Arbeiten werden keinesfalls von allen Frauen ausgeführt, man 
muß suchen, um die Meißerinnen zufinden, von denen man denn durch 
zu kaufen hat. Kauft man in Asuncion u Umgegend aus 2ter oder 
3er Handen so zählt man nicht nur das 3 und 4 fache sondern man erhält 
auch vielfach Werke von einem gewißen monotonen, handwerksäußig 
Zuschnitt: Es ist mir auf meinen Kreuz- und Querzügen in der 
Republik del Par. gelungen, verschiedene solcher Künstlerinen zu 
entdecken. 
Auch die grobe Wolle der wenigen Schafherden des Landes wird 
gesponnen und auf dem Rahmen zu "Jerpa's" - Pferdedecken - s. u. 
gewoben; diese, schwarzweiß gemeußert, sind von enormer Dichtigkeit